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Rechte nur für Reiche? Wie helfen Ombudsleute in der Krise?

(Filzwieser, Benedek, Stingl)

13 000 Menschen in Graz leben in Armut. 30 000 Menschen sind von Armut bedroht. Die Tendenz ist steigend. Zusätzliche Schubeffekte verursacht die weltweite Wirtschaftskrise. Es stellt sich die Frage: Warum leben in einem der zehn reichsten Länder der Welt so viele Menschen unter dem Existenzminimum? Die Diskrepanz zwischen arm und reich zeigt hier deutlich ihr Gesicht.

Wo bleibt aber die Gerechtigkeit? Haben denn Reiche mehr Rechte als Arme? Sind denn Arme weniger wert? Verdienen sie kein menschenwürdiges Leben? Oder sind diese Menschen etwa selbst schuld an ihrer Misere? Könnten sie sich ohnehin selbst helfen, wenn sie es nur wollten?

Solche Ansichten scheinen trotz ihrer menschenverachtenden Prämisse gesellschaftliche Akzeptanz zu genießen. Vielfach wird Menschen in Not auch noch vorgeworfen, sie hätten diese selbst zu verantworten, man könne ihnen nicht helfen. Viele Menschen werden derart als SozialschmarotzerInnen verurteilt. Die jedem Menschen innewohnende Würde und seine ihm von Geburt an ohne jeglichen Unterschied zustehenden Menschenrechte werden hier keineswegs respektiert.

Das ist wohl einer der Beweggründe für den unermüdlichen Einsatz von Ombudsleuten, die den Menschen und seine Not in den Mittelpunkt und ins öffentliche Interesse rücken, sich einsetzen, um gemeinsam Lösungen zu finden, um dem Menschen in seiner Notsituation zu helfen. Seien es arbeitslose Jugendliche, alleinerziehende Mütter oder kranke Menschen, für viele sind Ombudsleute eine wichtige Anlaufstelle. Sie sind jene Menschen, die ihnen zuhören, ihre Probleme ernst nehmen und sich um Auswege bemühen.

Dies nahm das ETC zum Anlass, gemeinsam mit dem Renner-Institut am 13. Oktober 2009 in den Räumlichkeiten des Volksgartenpavillons eine Diskussion zum Thema „Rechte nur für Reiche? Wie helfen Ombudsleute in der Krise?“ zu veranstalten. Geladen waren dazu Alfred Stingl, Alt-Bürgermeister der Stadt Graz und Sozialombudsmann der Grazer WOCHE, und Peter Filzwieser, Ombudsmann der KLEINEN ZEITUNG, um einen Einblick in  ihre Tätigkeit und ihr soziales Engagement zu gewähren. Die Ombudsfrau der KRONENZEITUNG, Barbara Stöckl, musste ihre Teilnehme leider aus familiären Gründen absagen.

Unter der Moderation von Wolfgang Benedek, Direktor des ETC und Vorsitzender des Menschenrechtsbeirates der Stadt Graz, wurden zentrale Fragen, wie „Wie können Ombudsleute helfen? Mit welchen Problemen werden sie konfrontiert? Wie wirkt sich die weltweite Wirtschaftskrise auf die soziale Situation der Menschen aus?“ usw., gemeinsam mit dem Publikum, darunter Sozialstadträtin Elke Edlinger, WOCHE-Chefredakteur Roland Reischl sowie WOCHE-Redakteur und Initiator der Aktion „Von Mensch zu Mensch“, Dieter Demmelmair, diskutiert.

Betont wurde insbesondere die Achtung der jedem Menschen innewohnenden menschlichen Würde und der jedem Menschen von Geburt an, ohne jeglichen Unterschied, zustehenden Menschenrechte. So steht auch die Hilfe der Ombudsleute jeder/m Menschen, „ohne Ansehen der Person“, zu.

Gefordert wurde letztlich von allen Seiten die Einrichtung einer zentralen Ombuds- bzw. Beratungsstelle, die auf struktureller Ebene, eingebunden in die öffentliche Verwaltung, Maßnahmen setzt und Menschen in sozialen Notsituationen erste Unterstützung und Hilfestellungen bietet.

(14. Oktober 2009)

 

Ombudsmann "Die Woche" ...

Ombudsmann "Kleine Zeitung" ...

Ombudsfrau "Kronenzeitung" ...